Forensisch-psychiatrisches Kolloquium der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich

«Ein Missbrauch, den es nie gab – Wie Scheinerinnerungen entstehen und was Psychotherapie damit zu tun haben kann»

Hintergrund:

Gedächtnis- und aussagepsychologische Befunde zeigen, dass Menschen Erinnerungen an Ereignisse ausbilden können, die nie stattgefunden haben. Dies kann unter anderem von speziellen psychotherapeutischen Settings begünstigt werden. Dies kann besonders dann gravierende Konsequenzen haben, wenn sie strafrechtlich relevante Erlebnisse betreffen, z.B. sexuellen Kindesmissbrauch, und anschliessend Gegenstand von Ermittlungs- und Gerichtsverfahren werden.

In dem Vortrag wird erläutert, was Scheinerinnerungen sind, wie genau sie entstehen können und inwieweit man sie von tatsächlichen Erinnerungen unterscheiden kann. Daran anschliessend wird skizziert, welche besonderen psychotherapeutischen Rahmenbedingungen zur Ausbildung von Scheinerinnerungen beitragen können. Abschliessend wird dargelegt, warum Psychotherapien vor und während laufender Strafverfahren dennoch nicht per se die Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen beeinträchtigen, wenn bestimmte therapeutische Rahmenbedingungen sichergestellt sind.

 

Referent: Dr. Jonas Schemmel, Leiter der Forschungseinheit ‘Formen und Folgen abweichenden Verhalts’ am Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen, Hannover

Datum: 13. Dezember 2022

Zeit: 17:30 – 19:00 Uhr (Vortrag und Diskussion)

Ort: Lenggstrasse 31, 8032 Zürich, Hörsaal (Z103)

Kosten: Die Veranstaltung ist kostenlos

Kontakt: ZSFTnoSpam@pukzh.noSpamch

Anreise: Tram 11 Richtung Rehalb bis Haltestelle Balgrist oder Forchbahn S18 Richtung Forch / Esslingen bis Haltestelle Balgrist

Anerkennung: SGFP/SGPP, SGRP, je 2 Credits (Teilnahme-Bestätigung vor Ort vorliegend)

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